Mittwoch, 29. Januar 2014

23.01. Candelario Mancilla -  31 km vor El Chaltén (Argentinien) 27 km
Standortkoordinaten: S49.11203, W072.91509

So, heute ist er dran, der gefürchtete Grenzübertritt Chile - Argentinien. Eigentlich nur für Wanderer gemacht, schieben und zerren doch einige unbelehrbare Fahrradfahrer ihre schwerbepackten Drahtesel den zum Teil sehr schmalen Wanderweg über den kleinen Pass. Verschiedene entgegenkommende Fahrradfahrer der letzten Wochen hatten uns schon berichtet: „6, 8, 10 Stunden und bis zu zwei Tage benötigt ihr für die Strecke. Den ganzen Weg müsst ihr zwei mal laufen. Einmal mit dem Gepäck, dann zurück und das zweite Mal mit dem Fahrrad. Der Weg, so schmal, da kommt ihr mit Fahrradtaschen nicht durch. Und Schlamm, knöcheltief! Und die Fähren fahren nicht bei schlechtem Wetter und sind andauernd defekt." Tatsächlich sind zwischen den beiden Seen einige Radler und Wanderer schon kurz vor unserer Ankunft elf Tage hängengeblieben und auch mit eigener Angel nahmen sie doch unfreiwillig an einer Forellen-Diät teil. Denn bis auf einen kleinen privaten Zeltplatz und den Grenzstationen gibt es da nichts. Und wenn die Fähren nicht fahren wird es schon mal knapp mit dem mitgebrachten Essen. 

Ok, Schluss mit den Schauermärchen anderer Reisenden. Gekocht wird ja bekanntlich überall nur mit Wasser. Nach etwa  900 m erreichen wir die Carabineri, die chilenische Polizei, hier gibt es den Ausreisestempel von Chile. Noch ist es saukalt und ziemlich windig. Der grobe Schotter windet sich die Forststraße für die nächsten 6 km bergauf. Wenn die Straße weiter so gut ist, dann schaffen wir es locker bis 18 Uhr zum Lago del Desierto, denn dann fährt die Fähre. Das Wetter ist perfekt, die Sonne scheint und es ist fast wolkenlos. Allerdings geht es nicht ganz ohne Hürden. Einige sumpfige Stellen durchqueren wir sowie Bäche, die nur mit Baumstämmen als Brücken versehen sind. Manchmal sind wir zu dritt, um ein Fahrrad auf die andere Seite sicher und vor allem mit trockenem Gepäck rüberzubringen. 

Ein Grenzstein inmitten der Strecke zeigt uns, dass wir uns nun auf argentinischem Territorium befinden und es strahlt uns der Cerro Fitz Roy an. Der 3406 m hohe Granitberg ist neben dem Cerro Torre die Hauptattraktion im Nationalpark Los Glaciares. Welch Empfang für uns in Argentinien. Die letzten knapp 2 Kilometer schieben wir bergab.

Wir sind froh ohne Vorderradtaschen zu fahren, denn die hätten wir nun teils tragen müssen, der Weg ist doch sehr schmal. Nach 5 Stunden erreichen den Fähranleger und somit die argentinische Polizeistation und erhalten problemlos unseren Einreisestempel. Es ist genügend Zeit für eine lange Mittagspause, die wir mit allen Radlern gemeinsam auf der Wiese veranstalten. Die Fährfahrt rüber auf die andere Seite dauert 1 Stunde. Nach El Chaltén sind es noch 37 km, die wir nicht mehr angehen. Es gibt zwar einen Zeltplatz, aber der ist uns zu teuer. Wir suchen uns lieber eine schöne Stelle zum Wildzelten.









Fast alles Radfahrer 
Lago del Desierto


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