Mittwoch, 11. Dezember 2013

09.12. Mocoa - San Juan de Villalobos 68 km 
Standortkoordinaten: N01.49629, W076.37936 Höhe: 1395 m

Es geht los. Soweit ist Simon wieder fit. Allerdings können wir nicht früh los, denn es gießt noch in strömen. Um kurz vor acht machen wir uns endlich auf den Weg. Heute heißt es wieder Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg. Die ersten 20 km gehen wir ganz langsam an, zwischendurch verlieren wir wieder an Höhe. Trotz der Ruhetage bin ich heute ziemlich erledigt. Der Aufstieg fällt mir besonders schwer. Es fühlt sich an, als hätte jemand die Handbremse angezogen.  

Nach km 35 kommen wir an einer Truckerraststätte vorbei. Zeit für unser zweites Frühstück. Für ein Mittagessen ist es noch ein wenig zu früh, obwohl das Essen der Truckerfahrer wirklich gut aussieht. Wir bestellen uns Kartoffeln, die schmecken in Kolumbien genauso lecker wie in Deutschland, dazu gibt es leckere Bananen und Kaffee. Es fängt wieder an zu regnen. Da wir im Trockenen sitzen, genehmigen wir uns gleich noch zwei Kaffee. Nach 15 Minuten ist es wieder trocken und wir schwingen uns schnell auf die Räder, denn es liegen noch über 30 km vor uns und die Steigung hat noch kein Ende genommen. Weiter geht's im Trockenen. 

Die Gegend in der wir herumradeln ist wunderschön. Urwald und Täler soweit das Auge reicht. Das Wasser wird uns heute auch nicht ausgehen, da es überall kleine Wasserfälle gibt. Wenn jetzt noch der Regen aufhören würde, dann wäre alles perfekt. Insgesamt sind wir heute 1718 Höhenmeter hinaufgeradelt.  

Wir wissen, dass es in dem kleinen Dorf vor uns ein schönes neues kleines Hotel gibt. Der Besitzer wird auch gerade gerufen, zeigt mir die Zimmer und ich bin begeistert. Der Preis ist auch perfekt. Der Besitzer lässt uns allerdings die Fahrräder nicht mit auf das Zimmer nehmen. Unten am Geländer dürfen wir sie nicht hinstellen und anschließen. Draußen vor der Tür wäre es möglich. Dann können wir die Fahrräder ja gleich verschenken denke ich mir. 

Es gibt leider nur eine Alternative in diesem kleinen hundert Seelen Dorf: Residencial San Juan. Das ist eine dieser Unterkünfte, in denen man am liebsten in der Mitte des Raumes auf einem Stuhl stehend übernachtet. Auch hier trifft der Name Bretterbude zu. Hilft nix, wenigstens gibt es eine schöne heiße Dusche. 

Alternativ überlegen wir noch bei der Polizeistation im Garten zu zelten. Die Jungs sind aber schon vor dem Gebäude so hinter Sandsäcken verbarrikadiert, mit Maschinengewehren auf Dreibeinen im Anschlag, dass wir uns nur denken was wohl besser wäre: Nachts im Kugelhagel sterben oder lieber Bettwanzen? Wir entschließen uns für Bettwanzen.

Residencial San Juan
Dusche
Toilette
Waschraum mit Gartenzugang
Küche
Unser Zimmer
Aufenthaltsraum


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen