Samstag, 9. November 2013

07.11. Guayaquil - Santa Elena 130 km
Standortkoordinaten: S02.22742, W080.85703

Mir ist schlecht wenn ich daran denke heute aus der großen Stadt wieder herauszufahren, denn der Verkehr beim hereinfahren war schon chaotisch. Um 5 Uhr klingelt der Wecker und um 6 Uhr sitzen wir in unseren Sätteln. Die Stadt ist Gott sei Dank so früh am Morgen nur von einigen Taxifahrern und Bussen befahren. Wir fahren Richtung Küste und sind nach knapp einer Stunde raus aus Guayaquil mit ihrem Verkehrschaos und Smog. 

Meistens erwartet uns in den Vororten der großen Städte ärmere Stadteile, diesmal ist es anders. Wir treffen auf wirklich schöne Häuser und Grundstücke, die meist auch von Gittern oder Mauern umzäunt sind. Seit langem sehen wir mal wieder Rennradfahrer. Und nun wollen wir mal sehen, was das fast dreimonatige Höhentraining in den Bolivianischen- und Peruanischen Anden gebracht hat. Wir treten in die Pedale und dann überholen wir den kleinen, aus sechs Rennradfahrern und einem Begleitfahrzeug bestehenden Pulk lächelnderweise und winken den verdutzten Rennradfahrern im Überholen noch zu. Erst Simon, sie versuchen mitzuhalten, und etwas später dann ich. Erfreut sind die Herrschaften nicht. Jetzt kommen die südamerikanischen Machogene ins Spiel. Kann ja nicht angehen, dass man von einer Frau mit Stahlreiserad und schwerem Gepäck überholt wird. 

Bei Km 16 biegen wir zum  privaten Naturschutzreservat Bosque Cerroblanco ab und somit ist das Rennen beendet. Im Reservat könnten wir zelten, aber es ist gerade mal 7.30 Uhr und für uns ein wenig zu früh, um schon gleich hier Feierabend zu machen. Wir fahren daher weiter und wollen im Dorf Progreso bei KM 62 unterkommen, das sieht größer auf der Karte aus. Bereits mittags angekommen, suchen wir vergebens eine Unterkunft, es gibt keine. Das können wir fast gar nicht glauben. Man sagt uns, dass es erst in Santa Elena, 2 Stunden mit dem Auto entfernt eine Übernachtungsmöglichkeit geben soll. Auch das glauben wir nicht, es gab bis jetzt immer in kleineren Dörfern auch ein Hostal. 

Also erstmal ins nächste 20 Kilometer entfernte Olmedo zum Essen. An der Hauptstraße ist ein kleines nettes Truckerlokal in dem wir einkehren. Wir fragen den Besitzer, ob es in Olmedo eine Unterkunft gibt. Das hier ist Olmedo, ich schaue mich um und sehe 3 Häuser. Na super denke ich. Im 50 KM entfernten Santa Elena gäbe es Hotels. Bitte nicht denken wir, der erste Radtag nach vierzehn Tagen Faulenzen auf den Galapagos Inseln und dann gleich 130 Kilometer? Das kann nicht sein. Der Mittagswind hat eingesetzt, wie immer und er kommt wieder für uns von vorne und ich hab keine Lust mehr. Zelten geht nicht, alles rundherum eingezäunt. Polizeistation, Fehlanzeige. Wir radeln dann also mal los. Ich bin nur froh, dass wir so früh heute morgen gestartet sind. Nach etwas über 8 Stunden Fahrzeit haben wir tatsächlich Santa Elena erreicht. Mein Hintern schmerzt bei dieser langen Strecke das allererste Mal so richtig und wir sind einfach nur k.o. Im Hotel Cisne schlafen wir nach einer heißen Dusche schnell ein.

Energie auftanken am Obststand
Ein kleines Dorf in Ecuador, nicht Argentinien


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