Freitag, 11. Oktober 2013

05.10. Nuevo Pueblo - Pallasca - Flussbett 36 km
Standortkoordinaten: S08.20905, W077.96403, Höhe: 2077 m

Wir sind gestern sehr früh schlafen gegangen, nur war das vielleicht eine Nacht. Die fünf Kinder von Maria sind gestern Abend nach und nach von einer Feier nach Hause gekommen, der letzte um 23:30 Uhr. Die Hühner haben neben uns geschnarcht und zwischendurch hat es geregnet. 

Um 4.15 Uhr steht die Hausherrin auf, eine halbe Stunde später lässt ihr Mann sein Motorrad warmlaufen. Der Auspuff ragt fast in unser Zelt. Um 5 Uhr können wir nicht mehr schlafen. Da wir im Innenhof nächtigen, bekommen wir alles mit. In Südamerika ist eben vieles sehr laut und Rücksichtnahme wird nicht gerade groß geschrieben. Wir beschließen früher loszufahren, denn die letzen 14 km sind kein Zuckerschlecken. Am Vorabend haben wir durch die Lichter des Dorfes gesehen, wo Pallasca liegt. Ich will das nicht. Unausgeschlafen 14 km bergauf. Aber es hilft nichts. Haferflocken, Müsli und Obst müssen helfen. 

Nach kurzer Fahrerei müssen wir erneut schieben. Ich schiebe mit sage und schreibe 2,6 km/h mein Rad. So steil ist es. Unser Wasser geht schon wieder aus. Nach knapp 4 Stunden erreichen wir das niedliche, doch größere Dorf Pallasca. Wir sehen schon die Etappe für morgen und ich brauche heute keinen Anstieg mehr. Der ursprüngliche Plan war eine Nacht in Pallasca zu bleiben, allerdings erzählt uns der nette Herr vom Dorfeingang etwas von heißen Quellen und eine Übernachtungsmöglichkeit dort direkt unten am Fluss. Diese sind auf unsere Karte nicht eingezeichnet. Hoffen wir mal, dass das stimmt. Die Mittagspause verbringen wir in Pallasca und stocken die Vorräte auf. Wir haben uns wieder auf 3150 Meter Höhe hochgeradelt und müssen leider 22 km wieder runter. 

Auf der anderen Seite des Berges sehen wir unser Vorhaben für Morgen als Serpentinen in den Berg gefräst. Tatsächlich erreichen wir die sogenannten Heißen Quellen, mit einer Unterkunft. Von außen möchte man meinen, da war ein Europäer am Werk. Ziegelsteine, alles sauber verputzt. Uns werden die Zimmer gezeigt und wir sind ein wenig verwundert, da sowohl die Matratzen als auch die Nachtschränke noch neu eingepackt sind. Wir freuen uns und verbringen die Nacht dort. Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktioniert auch die kalte Dusche. Elektrizität gibt es keine, obwohl der Verteilerkasten und die Leitungen gelegt sind. Jetzt sind die heißen Quellen genau das Richtige für unsere müden Knochen, nur verzichten wir aus hygienischen Gründen darauf. Der Müll stapelt sich mal wieder überall.


Vogelspinne mitten auf dem Weg
Marias kleine Küken
unser Vorhaben für Morgen
rechts im Bilde unsere Abfahrt runter zum Fluss,
links ist morgen dran

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