Donnerstag, 8. August 2013


30.7. Ollagüe (Chile) - San Juan (Bolivien) 70 km
Standortkoordinaten: S20.89918, W067.76641

Frisch geduscht satteln wir die Räder. Es ist schon wieder recht warm. Wir radeln wie fast immer barfuss in Crocs. Noch kurz im Almacen (Krämerladen) etwas Milch, Kekse, Schokolade, Tang (Getränkepulver) und Halsbonbons geholt, kommen auch schon die beiden Frenchies angeradelt und fragen uns wo es einen Almacen gibt. "Keine Ahnung, aber das hier hinter uns, wo ich gerade mit drei kleinen Einkaufstüten aus der Tür raus bin, ist der Baumarkt. War gerade Schrauben holen."

Die beiden sind schwer bepackt. Wir fragen drei mal nach, aber sie beharren darauf, dass Sie jeder 70 (siebzig) Kilo auf dem Anhänger hätten. Die Dinger sind wirklich haushoch beladen. Sie wollen den Salar de Uyuni nach Norden verlassen. Zugegeben eine etwas menschenleere Ecke. Viel Essen hätten Sie mit. Na gut, dass wir vor dem Krämerladen stehen denke ich mir. Und in San Juan gibt es mindestens vier davon, die Dinge wie Reis, Nudeln, Kartoffelpulver und eben alles was du so benötigst verkaufen. Das müsst ihr nicht alles aus Paris mit einführen. 

Die chilenische Grenze ist schnell passiert. Nach fünf Kilometern Niemandsland kommen wir zur bolivianischen Grenze. Unkompliziert bekommen wir 90 Tage in die Pässe gestempelt und vor der Tür halten wir noch einen kurzen Schnack mit einigen neugierigen Bolivianern, die unsere Räder bestaunen. Und da kommen auch schon unsere beiden Freunde: Ist das hier die bolivianische Grenze? Nein, hier ist die Finnische, bin ich versucht zu sagen, wobei mir Finnland nicht auf Französisch einfällt. 

Nach neun Kilometern rechts der Bahnschienen führt der Weg links der Bahnschienen weiter. Zeit für unser zweites Frühstück (Haferflocken und Müsli für die Power). Nach zwanzig Minuten kommen auch unsere Freunde, immer noch in dicken Wanderstiefeln und Wollsocken, Thermounterhemden und Fleecepullover. Wir sitzen im T-Shirt und geben ihnen etwas Vorsprung. So langsam wie die fahren, haben wir die bald wieder eingeholt. 30 Minuten später überholen wir schon den ersten, der schnaufend und mit rotem Kopf in die Pedalen tritt. Wir bewegen uns zwar die ganze Zeit auf etwa 3700 Metern, aber unser Puls und unsere Atmung ist normal. In der Zwischenzeit hält noch ein Auto neben uns. Das einzige Auto welches wir heute Vormittag sehen. Der bolivianische Fahrer steigt aus und fragt uns ob dieses der Weg nach Uyuni  sei. Drei Antworten gehen mir durch den Kopf: a) Ja, wir fahren die Strecke drei mal am Tag mit dem Fahrrad. b) Ja, wir sehen so aus wie typische Bolivianer und wissen wo es lang geht. Und c) Vielleicht, denn wie unschwer zu erkennen ist, kommen wir nicht von hier, warum sollen wir uns also besser auskennen als ein Einheimischer.

Schon bald kommen wir von der schlechten Schotterpiste auf einen Salar. Wie dieser heißt, wissen wir nicht, denn wir besitzen von Bolivien keine Landkarte nur einige Screenshots von Google Earth. Nächstes Etappenziel ist das Militärcamp Chiguana wo es Wasser und eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Aber es ist erst Mittag und auf dem Salar lässt es sich klasse fahren. So steuern wir direkt San Juan an. Immer der Nase nach, denn es gibt viele Spuren im Sand. Ich denke noch einmal an die schwerbepackten Frenchies, die wir schon lange hinter uns gelassen haben. Sie sind bestimmt der anstrengenden Schotterstraße am Ufer gefolgt, anstatt auf dem Topfebenen Salar dahinzugleiten. Nachmittags bremst uns der einsetzende Nordwind kräftig aus und die letzten fünf Kilometer geht es dann noch mal richtig ins eingemachte mit Wellblechpiste und tiefen Sand.

Hostel Grenze Ollague
Ollagüe - Vulkanevakuierungsroute


Die Frenchies

Grenze Bolivien

Lamas
Vorsicht: Cholera
Ollague
Auf dem Weg nach San Juan - kurz hinter Chiguana

Welcher Weg?


Die letzten 5 Kilometer vor San Juan - Wellblechpiste

Kommentare:

  1. ich bin für "b"...:D
    Danke das ihr mir den Tag versüßt!
    Fühlt euch mal gedrückt und viel Spaß noch!

    LG Rina

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  2. Immer wieder gern. So etwas ist fuer uns auch immer schoen.....Liebe Gruesse Ela und Simon

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