Donnerstag, 22. August 2013


15.8. Huayna Potosi Tour 2. Tag

Aufstieg in das Hochlager auf 5.300 Meter. Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen und nur vom Aufstieg zum Highcamp geträumt. Wie sieht es mit Kopfschmerzen und Übelkeit aus? Packe ich das überhaupt heute? Gerade kommen einige Bergsteiger zurück vom Gipfel. Alex der Engländer sieht aus als hätte er gerade den Everest bestiegen. Völlig fertig legt er sich mit dem Rucksack vor die Hütte. Markus, 38 Jahre aus Österreich erzählt, „das war das Härteste, was er je gemacht habe und er hätte am Gipfel geweint." Das französische Pärchen hat es nicht geschafft, ihm seien zwei Fingerkuppen blau gefroren, dies kurz vor dem Gipfel auf 6000 Metern. Er sieht auch völlig erschöpft aus.

Wir machen uns mit 3 Franzosen, 2 Schotten, 1 Argeninier und 1 Israeli auf dem Weg ins Hochlager. Mit mir gibt es nur noch eine weitere Frau in der Gruppe, also 7:2. Das muss doch zu schaffen sein. Zumindest ins Hochlager. Die Gruppe zieht schnaufend an uns vorbei. Wir dagegen lassen es langsam angehen. Einen Fuß vor dem anderen, ganz langsam im Schneckentempo bergauf. Bloß nicht außer Atem kommen. Die Schottin macht schon nach 300 Metern schlapp und schafft es nicht mit dem Rucksack. Ihr Freund muss dafür jetzt zwei tragen. Einen vorne, einen hinten. Wie lange hält er das durch? Keine halbe Stunde. Kurzerhand wird noch ein Guide als Träger abkommandiert. Nach 2,5 Stunden und 550 Höhenmetern sind wir am Hochlager angekommen. Eine ganz kleine Wellblechhütte in der gerade 9 Personen Platz finden. Gekocht wird provisorisch im Vorraum. Es gibt Spaghetti ohne Sosse, dafür mit zwei kleinen Würstchen. 

Wir gehen heute sehr pünktlich ins Bett, denn morgen früh um 1:00 Uhr wird geweckt. Um 18:30 sind sogar die drei Franzosen still. Auf 5300 Metern übernachten ist nicht so einfach. Jeden dritten Atemzug müssen wir wiederholen. Irgendwann macht Simon die Außentür auf und endlich kommt etwas Sauerstoff in die Blechhütte.

Aufstieg ins Hochlager


Kommentare:

  1. Hallo ihr beiden,

    Gratulation zur Besteigung. Grandiose Bilder wie immer. Das sind bleibende Momente.

    Grüße aus dem Schwabenländle
    Michael

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    1. Lieben Dank Michael,
      da wir ja Flachlandtiroler sind, freue ich mich noch mehr, dass wir es geschafft haben. So eine Möglichkeit wird es nicht wieder geben.
      Gruß aus Copacabana
      Daniela und Simom

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