Donnerstag, 8. August 2013


1.8. Auffahrt Puerto Chuvica - Isla de Incahuasi 46 km
Standortkoordinaten: S20.24107, W067.62754

Um 6.30 Uhr  geniessen wir den Sonnenaufgang und um 8 Uhr geht es auch schon los. Wir müssen 3 Kilometer östlich auf den Salar de Uyuni und dann hart nach Norden schwenken, immer den Vulkan Tunupa im Visier sind es noch 40 Kilometer zur Insel im größtem Salzsee der Welt. Je nach dem wie das Salz auf der Oberfläche nach der Regenzeit auskristalisiert, kann man mit dem Fahrrad eine Geschwindigkeit von 30 km/h erreichen.  Passt auch alles und da sich Bolivien gerade in der Trockenzeit befindet und es seit Wochen nicht geregnet hat, ist der Salar befahrbar. Soweit die Theorie.

Manchmal kristallisiert das Salz sich auf der Oberfläche zu schönen geometrischen Formen aus, die man von vielen Bildern kennt, manchmal kristallisiert das Salz auch zu einer absolut ebenen Oberfläche aus. In unserem Fall meinte das Salz sich zu einer harten Schotterpiste auskristallisieren zu müssen. Wir fahren einem Schnitt von 8,5 km/h. Nach fünf Kilometern denkst du, dass ändert sich noch, nach 10 Kilometern hast du schon 100 Mal geflucht, nach 15 km denkst du, die Hoffnung stirbt zuletzt, nach 17 km steigst du ab uns schiebst und nach 20 km endlich die Erleuchtung: Du realisierst, dass sich auch die nächsten 20 km nichts an der schlechten Piste ändern wird. Mensch und Maschine werden hier extrem belastet. Unsere gefederte Sattelstütze läuft auf Hochtouren und ich wünsche mir jetzt ein vollgefedertes Mountainbike ohne klappernde Gepäcktaschen. Morgen müssen wir weitere 70 km auf dem Salzsee radeln. Das schaffen wir nie. Aber wir müssen zur Insel. Jeder Südamerikaradler war schon auf der Insel und trägt sich bei Don Alfredo (der heißt wirklich so) ins Goldene Buch ein. Ein ungeschriebenes Gesetz. Denn nur Radler dürfen auf der Insel inoffiziell übernachten. 

Nach 6 Stunden kommen wir völlig erschöpft auf der Insel an. Dann der Schock: Etwa 40 Jeeps mit je 6 Touristen stehen überall verteilt herum und genießen ihr gebuchtes Mittagessen auf der Isla. Es ist ein ständiges kommen und gehen der Jeeptouristen. wir schätzen über den Tag wird die kleine Insel von 80-100 Jeeps angefahren. Wieviele Touristen die Insel pro Tag bevölkern könnt ihr euch jetzt selber ausrechnen. Zum Ausgleich der heutigen Strapazen gönnen wir uns einen Lamaburger und ein Lamasteak im Inselrestaurant. Leider hat Don Alfredo wohl heute etwas zu wild gefeiert mit einigen Kumpanen vom Festland. Gelinde ausgedrückt ist Don Alfredo total voll. Seine Frau gibt uns aber zu verstehen, dass wir noch warten sollen bis die Jeeptouristen alle weg sind, dann fände man schon eine Stelle zum Schlafen für uns. Gesagt, getan. Als dann endlich gegen 18:00 Uhr alle Jeeptouristen verschwunden sind gehört uns die Insel alleine. Kurzer Aufstieg zwischen vielen Kakteen zum höchsten Punkt der Insel und am Horizont geht die Sonne unter. In einem kleinen Raum pusten wir die Isomatten auf und legen uns schlafen.



Schotterpiste



Isla de Incahuasi

Das Gästezimmer von Don Alfredo
Hausflur von Don Alfredo (im Hintergrund Lamafleisch)








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