Samstag, 20. Juli 2013


15.7. Calama - Passo Barros Arana 65 km
Standortkoordinaten: S22.71091,W068.42502 Höhe: 3400 m

Es geht bergauf. Nicht zwei Kilometer, auch nicht zehn: 65 Kilometer durchgehend bis zum Pass. Eigentlich nicht so schlimm, wenn der Wind aus Südwesten kommen würde. Der Wind kommt hier immer aus Südwesten, so steht es in der einschlägigen Literatur und diversen Reiseberichten im Internet. Ich muss jetzt nicht erwähnen, dass der Wind direkt aus Richtung Osten weht und jetzt ratet mal, in welche Richtung wir radeln. 

Standortwechsel: Frühstücksraum im "Hotel" Atenas, Calama, Chile, 7:30 Uhr: zwei Reisende studieren den Wetterbericht. Wer genauer hinhört könnte denken, die beiden wollen in der Wüste segeln gehen: "Morgens Wind aus Südost max. 35 km/h, Kurs 135 nach San Pedro, ab 14:00 Uhr Wind aus Südwest, 6 km/h."

Zurück im Sattel: Die Wettervorhersage stimmt. "Nein, unter 5 km/h Geschwindigkeit fahre ich nicht, das geht gegen meine Ehre." Also absteigen und schieben. Da kommen wir genau so schnell voran. Mittagspause machen wir bei einen der unzähligen kleinen Gedenkstätten, die die Straße säumen. Es ist heiß. Haben wir diesmal genug Wasser mit? Zusammen schleppen wir 16 Liter mit durch die Wüste. Das muss für zwei Tage ausreichen. Macht pro Person vier Liter pro Tag. Zähne putzen, Hände waschen und Kochen inbegriffen. Um 13:18 Uhr bewegt sich etwas im Augenwinkel in der sonst so öden Wüstenlandschaft. Unser Windrichtungszeiger schlägt leicht aus. Der Wind hat wirklich um 180 Grad gedreht. "Leinen Los, Segel setzen!" Ach ne, wir sind ja mit dem Fahrrad unterwegs. Ganz langsam aber stetig schiebt uns der Wind den Berg hoch. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir dann den Pass und schlagen unser Lager in einer kleinen Kuhle windgeschützt neben der Straße auf.


fast geschafft
Gedenkstätte eines Minenarbeiters




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